Test generativer KI für das Entwerfen von Leiterplatten
Einführung
- Es wird getestet, ob KI-basierte Chatbots bei präzisen Aufgaben wie dem Entwerfen von Leiterplatten helfen können.
- LLMs (Large Language Models) können Details oft falsch verstehen.
- Bei elektronischem Design ist ein deterministischer Ansatz wichtig.
- Aktuelle KI-Produkte sind teils übertrieben dargestellt, aber mit dem richtigen Ansatz lässt sich ein praktischer Nutzen finden.
- LLMs werden an schwierigen Designaufgaben getestet, die Fachleute im Alltag ausführen.
- Verwendete Modelle im Test: Google Gemini 1.5 Pro, OpenAI GPT-4o, Anthropic Claude 3 Opus.
Dumme Fragen stellen
- Für das Entwerfen von Leiterplatten ist viel Wissen erforderlich.
- Es wird versucht, durch einfache Fragen an LLMs zu lernen.
- Beispiel: "Wie hoch ist die Verzögerung pro Längeneinheit einer Leiterbahn auf einer Leiterplatte?"
- Claude 3 Opus lieferte die präziseste Antwort.
- Google Gemini 1.5 schnitt wegen minderwertiger Materialien aus dem Internet schwach ab.
Bauteile finden
- Erfahrene Ingenieure können benötigte Bauteile schnell finden.
- Es wird getestet, wie gut KI Bauteile finden kann.
- Beispiel: Bauteilsuche für einen Robotermotortreiber mit optischem Ethernet.
- Keines der Modelle konnte passende Bauteile empfehlen.
- Viele Empfehlungen waren auf durchschnittliche Anwendungen zugeschnitten.
Datenblätter parsen
- Die für das Leiterplattendesign benötigten Daten stehen in PDF-Datenblättern.
- Es wird getestet, wie gut LLMs Daten aus PDFs extrahieren können.
- Am effektivsten ist es, das vollständige Datenblatt in das LLM hochzuladen und Details interaktiv abzufragen.
- Gemini 1.5 zeigte bei dieser Aufgabe die verlässlichste Leistung.
- Es gelang, Pin-Tabellen und BGA-Footprints zu erzeugen.
Schaltungsdesign
- Es wird getestet, ob LLMs das eigentliche Schaltungsdesign übernehmen können.
- Beispiel: Entwurf eines Vorverstärkers für ein Elektretmikrofon.
- Claude 3 Opus lieferte die beste Antwort.
- Allerdings enthielt sie einige Fehlentscheidungen und ungenaue Schaltungsentwürfe.
- LLMs sind stark bei Aufgaben zur Informationsgewinnung und -umwandlung, haben aber Schwierigkeiten bei der Synthese originärer Designs.
Fazit
- Das Entwerfen von Leiterplatten erfordert ein hohes Maß an Präzision.
- LLMs können beim Schreiben von Code nützlich sein.
- Claude 3 ist nützlich, um neue Domänen zu erlernen.
- Gemini ist nützlich, um Daten aus Datenblättern zu extrahieren.
- GPT-4o lieferte im Test nicht die nützlichsten Antworten.
- LLMs sind stark bei Informationssuche und Codegenerierung, haben aber Grenzen in Domänen, die außerhalb der Verteilung ihrer Trainingsdaten liegen.
Meinung von GN⁺
- Nützlichkeit von LLMs: LLMs können beim Leiterplattendesign für Informationssuche und Codegenerierung nützlich sein. Besonders stark sind sie beim Extrahieren benötigter Informationen aus Datenblättern.
- Grenzen: LLMs haben Schwierigkeiten bei der Synthese originärer Designs. Das könnte mit den Grenzen der Trainingsdaten zusammenhängen.
- Zukünftige Forschung: Um die Schaltungsdesign-Fähigkeiten von LLMs zu verbessern, ist Fine-Tuning für Aufgaben zur Netlist-Generierung erforderlich. Außerdem könnten mehr Daten und weiteres Training nötig sein.
- Praktischer Einsatz: Derzeit können LLMs als Hilfswerkzeug im Schaltungsdesign eingesetzt werden, erfordern aber Überprüfung und Korrektur durch Fachleute. Für eine vollständige Automatisierung gibt es Grenzen.
- Kritische Perspektive: Die Antworten von LLMs sind oft auf durchschnittliche Anwendungen zugeschnitten und erfüllen spezifische Anforderungen möglicherweise nicht. Das kann im realen Design zu wichtigen Problemen führen.
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