- Meta unterstützt Echtzeitkommunikation (RTC) für Milliarden von Menschen über Apps wie WhatsApp, Instagram und Messenger.
- Das Unternehmen arbeitet daran, auch Nutzern ohne schnelle Verbindung oder aktuelles Smartphone ein hochwertiges Erlebnis zu bieten.
- Meta hat den Codec Meta Low Bitrate (MLow) entwickelt, der die Audioqualität auch bei langsamen Verbindungen verbessert.
Motivation für die Entwicklung eines neuen Codecs
- Durch die großflächige Nutzung von RTC in Meta-Produkten konnte die Leistung von Codecs in verschiedensten Netzwerkszenarien beobachtet werden.
- Viele Anrufe finden unter Bedingungen mit schlechter Netzwerkverbindung statt.
- Der Opus-Codec liefert bei niedrigen Bitraten keine ausreichende Audioqualität.
- Neue ML-basierte Audio-Codecs bieten bei niedrigen Bitraten gute Qualität, haben jedoch hohe Rechenkosten als Nachteil.
- Da viele Nutzer preisgünstige Geräte verwenden, wird ein hochwertiger Audio-Codec mit geringem Rechenaufwand benötigt.
Der MLow-Codec
- Der MLow-Codec bietet eine doppelt so gute Qualität wie Opus und hat dabei eine um 10 % geringere Rechenkomplexität.
- MLow ist in Instagram und Messenger bereits vollständig eingeführt und wird auch in WhatsApp aktiv ausgerollt.
- Er kann selbst bei niedrigen Bitraten Audio in hoher Qualität encodieren und verbessert dadurch die Audioqualität in Szenarien mit Paketverlust erheblich.
Interne Struktur von MLow
- MLow nutzt weiterentwickelte Techniken auf Basis der Konzepte von CELP (Code Excited Linear Prediction)-Codecs.
- Das Eingangssignal wird in tiefe und hohe Frequenzbänder aufgeteilt und jeweils separat encodiert.
- Das Hochfrequenzband wird mit wenigen Bits encodiert, um SuperWideBand (32-kHz-Sampling) bei niedrigen Bitraten bereitzustellen.
Ausblick
- MLow verbessert die Audioqualität auch auf preisgünstigen Geräten deutlich.
- Geplant ist, zur Verbesserung der Audiowiederherstellung in Netzwerken mit hohem Paketverlust effizient mehr redundantes Audio bereitzustellen.
Meinung von GN⁺
- Vorteile von MLow: Es bietet auch bei langsamen Verbindungen eine hohe Audioqualität und verbessert damit das Nutzererlebnis deutlich.
- Technische Herausforderung: Hohe Qualität bei geringer Rechenkomplexität aufrechtzuerhalten, ist technisch eine sehr schwierige Aufgabe.
- Konkurrenzprodukte: Neben Opus gibt es verschiedene andere Audio-Codecs, doch MLow bietet auch auf preisgünstigen Geräten eine hervorragende Leistung.
- Worauf bei der Einführung zu achten ist: Bei der Einführung eines neuen Codecs sind Kompatibilität mit bestehenden Systemen und Leistungstests wichtig.
- Auswirkungen auf Nutzer: Viele Nutzer mit preisgünstigen Geräten könnten stark davon profitieren.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Neue Low-Bitrate-Codecs: Für Echtzeitkommunikation sind hohe Paketfrequenzen nötig, um die Latenz zu senken, wodurch der Overhead größer als die eigentliche Nutzlast werden kann. In leitungsvermittelter Kommunikation oder in VoIP-Systemen mit Header-Kompression kann das jedoch nützlich sein.
Meta teilt Forschungsergebnisse: Es wirkt, als gewinne Meta wieder an Beliebtheit, indem das Unternehmen viel Forschung und Open-Source-Arbeit teilt. Facebook hatte einen schlechten Ruf, scheint das aber etwas wettgemacht zu haben.
Fehlender Vergleich mit Codec2: Dass ein Vergleich mit Codec2 fehlt, lässt am tatsächlichen Wert und an der Motivation dieser Arbeit zweifeln. Neue Audio-Codecs, die an proprietäre IP gebunden sind, werden nicht gebraucht.
Vergleich mit Google Meet: Google Meet liefert selbst bei langsamer Internetverbindung gute Audioanrufe; ich frage mich, ob dieser Codec besser als Google Meet ist. Die Technik von Google Meet ist nicht öffentlich.
Qualität von Telefongesprächen: Ich frage mich, warum Telefongespräche heute weniger klar klingen als 8-kHz-8-Bit-μ-law-ADPCM aus den 90ern.
Kein Vergleich mit Pied Piper: Es gibt keinen Vergleich mit Pied Piper.
Veröffentlichung: Ich frage mich, ob dieser Codec tatsächlich veröffentlicht wird oder nur technisches Imponiergehabe ist. Meta AI Research ist zwar innovativ, aber ich kann keine weiteren Verweise auf diesen Codec finden.
Lizenz: Es gibt keine Informationen zur Lizenz.
NoLACE wird nicht erwähnt: Da NoLACE nicht erwähnt wird, sind die Vergleichsbeispiele weniger nützlich.
Vergleich mit Opus: Opus klingt bei 6 kbps weicher, während die MLow-Beispiele raue und künstliche Artefakte aufweisen. Bei höheren Bitraten wäre die Wahl wahrscheinlich eindeutiger.