- Windows Recall: eine AI-Funktion, die auf Windows 11 Copilot+ PCs eingeführt werden soll. Sie „erfasst alle paar Sekunden ein Bild des aktiven Bildschirms“ und analysiert dies mit AI, damit Nutzer zu früheren Aktivitäten zurückkehren können
- Es geht nicht nur darum, Versionen von Desktop-Dateien wiederherzustellen, sondern darum, mit AI zu diesem Moment zurückzuspringen und die zugehörigen Apps zu öffnen
Was ist das Problem mit Windows Recall?
- Datenschutzprobleme: Recall erstellt und speichert alle paar Sekunden Screenshots und zeichnet damit fast alles auf, was der Nutzer in den vergangenen 3 Monaten getan hat. Das könnte noch gravierendere Probleme verursachen als Keylogging
- Recall ist standardmäßig aktiviert und läuft weiter, sofern der Nutzer die Einstellungen nicht selbst ändert
- Für Windows-Home-Nutzer gibt es keine Verschlüsselung. Das bedeutet, dass alltägliche Nutzer verwundbar sein können, wenn ihr Gerät gehackt wird
Macht Microsoft Recall sicher?
- Microsoft behauptet, Recall-Snapshots auf der lokalen Festplatte zu speichern und mit Datenverschlüsselung zu schützen. Für Windows-Home-Nutzer steht diese Funktion jedoch nicht zur Verfügung
- Recall-Screenshots werden lokal gespeichert, und Microsoft könne sie weder sehen noch für Werbe-Targeting verwenden
Welche Sicherheitsrisiken hat Recall?
- Wenn Recall auf einem Computer in einer öffentlichen Bibliothek aktiv ist und jemand damit online einkauft oder Bankgeschäfte erledigt, kann der nächste Nutzer alle persönlichen Informationen sehen
- Wenn man einen Firmencomputer privat nutzt, könnten Vorgesetzte oder das IT-Team über Recall alle Aktivitäten des Nutzers sehen
- Bei der Nutzung eines Heimcomputers können andere Familienmitglieder den Recall-Verlauf sehen, wenn ein nicht passwortgeschütztes Profil verwendet wird
- Wenn ein Gerät gehackt oder gestohlen wird, ist Verschlüsselung bedeutungslos. Über die Recall-Daten können alle persönlichen Informationen offengelegt werden
So schützt man persönliche Informationen vor Windows Recall
- Am effektivsten ist es, die Recall-Funktion vollständig zu deaktivieren
- Auf dem PC separate Profile anlegen, damit andere keinen Zugriff auf Recall-Daten haben
- Das Profil mit einem starken Passwort schützen
- Das OS aktualisieren oder BitLocker verwenden, um Recall-Daten zu verschlüsseln
- Recall deaktivieren, wenn persönliche Passwörter eingegeben oder sensible Inhalte angesehen werden
Fazit: Recall ist eine große Bedrohung für die Privatsphäre
- Die Recall-Funktion kann eine erhebliche Sicherheitsbedrohung darstellen, weil sie sämtliche Aktivitäten des Nutzers aufzeichnet
- Es gibt zu viele Möglichkeiten für Missbrauch
- Eine standardmäßig aktivierte Funktion schränkt die Wahlfreiheit der Nutzer ein, ihre persönlichen Informationen zu schützen
1 Kommentare
Microsoft stellt Copilot+ PCs vor
Das kam bereits in den Nachrichten zu den Copilot+ PCs vor zwei Wochen vor, und offenbar war es damals schon kurzzeitig ein Thema.
Solche Versuche gab es im Open-Source-Bereich bereits einige, aber wenn das in Windows integriert und standardmäßig aktiviert wird, dürfte es tatsächlich zu Problemen kommen.