4 Punkte von GN⁺ 2024-05-14 | 1 Kommentare | Auf WhatsApp teilen
  • Amazon S3 wird die Abrechnung so ändern, dass Kunden für nicht autorisierte Anfragen, die sie nicht selbst initiiert haben, keine Kosten mehr berechnet werden
  • Durch diese Änderung müssen Bucket-Eigentümer weder Anfrage- noch Bandbreitenkosten für Anfragen tragen, die eine HTTP-403-Antwort (Access Denied) zurückgeben und von einzelnen AWS-Konten oder von außerhalb einer AWS-Organisation initiiert wurden
  • Fehlercodes, die kostenlos bereitgestellt werden
    • Standardmäßig werden nur 200 OK und 4XX-Client-Fehlerantworten berechnet
    • Nicht berechnete Codes: 301, 307, 400, 403, 404, 405, 409, 411, 412
    • 5XX-Serverfehler werden nicht berechnet (wie etwa 503 Slow Down)
  • Diese Abrechnungsänderung erfordert keine Änderungen an Kundenanwendungen, gilt für alle S3-Buckets und wird in allen AWS-Regionen angewendet, einschließlich AWS GovCloud-Regionen und AWS-Regionen in China
  • Die Ausrollung beginnt heute; nach Abschluss sollen in einigen Wochen weitere Updates veröffentlicht werden
  • Weitere Details finden sich unter Abrechnung für Amazon-S3-Fehlerantworten sowie bei Fehlerantworten im S3-Benutzerhandbuch

Meinung von GN⁺

  • Durch diese Änderung dürfte sich der Verwaltungsaufwand für Kunden, die S3 nutzen, verringern. Unbeabsichtigte Kosten durch Fehler bei Berechtigungseinstellungen lassen sich damit vermeiden.
  • Andererseits könnte der Traffic durch bösartige Anfragen zunehmen, die auf Sicherheitslücken abzielen. Monitoring und Abwehrmaßnahmen scheinen dafür weiterhin notwendig.
  • Beim Einsatz von Cloud-Diensten einschließlich S3 ist bei den Sicherheitseinstellungen stets besondere Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich, das Prinzip der geringsten Rechte einzuhalten.
  • Diese Änderung zeigt, dass Cloud-Anbieter fortlaufend daran arbeiten, die Nutzerfreundlichkeit für Kunden zu verbessern. Es bleibt abzuwarten, ob es künftig auch bei anderen AWS-Diensten ähnliche Änderungen geben wird.
  • Es lohnt sich auch zu prüfen, ob GCP Cloud Storage oder Azure Blob Storage ähnliche Richtlinien anwenden, und bei Bedarf entsprechendes Feedback weiterzugeben.

1 Kommentare

 
GN⁺ 2024-05-14
Hacker-News-Kommentare
  • Hinweis auf die Dark Patterns von AWS: Man kann sich für den Free Tier anmelden und unbemerkt mit überhöhten Gebühren belastet werden. Besonders bei Konfigurationsänderungen gibt es für Free-Tier-Nutzer keine Warnung, und auch die Nutzungsbedingungen sind verwirrend. Zum Beispiel wird PostgreSQL als kostenlos beworben, während Aurora PostgreSQL erhebliche Kosten verursacht.

  • Verwandte Themen:

    • Im Mai 2024 erkannte Jeff Barr das Problem der Abrechnung für unautorisierte S3-Anfragen an.
    • Im April 2024 wurde ein Fall geteilt, in dem ein leeres S3-Bucket zu explodierenden AWS-Kosten führen konnte.
  • Wie in der Erwähnung auf Twitter wird sarkastisch angemerkt, dass das System zwar funktioniert, es aber ganze 18 Jahre dauert, bis nach dem Aufwerfen des Problems eine Lösung kommt.

  • Ein Witz darüber, dass man kostenlose S3-Nutzung bekommen könnte, indem man Apps so umengineert, dass sie Fehlercodes als 200-Antworten verwenden.

  • Es wird angemerkt, dass bei den Website-Hosting-Einstellungen von S3 für benutzerdefinierte Fehlerdokumente oder benutzerdefinierte Weiterleitungen weiterhin Gebühren anfallen.

  • Für eine so große Änderung dürfte es im Vorfeld Analysen gebraucht haben; es ist interessant, welche internen Vorbereitungen es gegeben haben könnte, etwa Log-Daten oder Sampling-Tools zur Berechnung der finanziellen Einbußen. Eine Reaktionszeit von zwei Wochen ist ziemlich beeindruckend.

  • Wie schon zuvor gilt: S3-Anfragen ohne angegebene Region werden standardmäßig auf us-east-1 gesetzt und bei Bedarf weitergeleitet, wobei der Bucket-Eigentümer die zusätzlichen Kosten dafür tragen muss.

  • Die Bitte, dieselbe Maßnahme auch für die NXDOMAINs von Route53 umzusetzen. Das kann bei übernommenen Domains ein großes Problem sein.

  • Eine sarkastische Formulierung darüber, dass der Produktmanager für Bezoss Loss-Leader-Produkte den Köder noch tiefer hineinschiebt. Aus dieser Sicht ist das kaum als Fortschritt zu sehen.