Hintergrund
- Das von LMSYS kürzlich veröffentlichte Modell
gpt2-chatbot zeigt eine Leistung, die das bislang bekannte GPT-2-Modell deutlich übertrifft
- Informationen zu diesem Modell sind weder auf der LMSYS-Website noch anderswo leicht zu finden
- Auch in den Benchmark-API-Ergebnissen von LMSYS ist ausgerechnet dieses Modell auffällig ausgenommen
Wichtige Merkmale des Modells GPT2-Chatbot
- Es bezeichnet sich selbst als „auf GPT-4 basierend“ und nennt sich „ChatGPT“
- Es zeigt andere Eigenschaften als Modelle, die mit von anderen Organisationen erstellten OpenAI-Datensätzen trainiert wurden
- Es scheint den
tiktoken-Tokenizer von OpenAI zu verwenden
- Eine für OpenAI typische Prompt-Injection-Schwachstelle wurde gefunden
- Es zeigt andere Ausgabecharakteristika als Modelle anderer Organisationen
Subjektive Einschätzung zu GPT2-Chatbot
- Tatsächlich handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit eher um GPT-4.5 oder GPT-5. Die Ausgabequalität hat sich ähnlich stark verbessert wie damals beim Sprung von GPT-3.5 auf GPT-4
- Möglich wäre auch, dass LMSYS ein eigenes Modell trainiert oder einen MoE-ähnlichen Ansatz verwendet hat, doch angesichts der Verbindungen zu OpenAI erscheint das eher unwahrscheinlich
Vermuteter Zweck der Veröffentlichung von GPT2-Chatbot
- Es wirkt so, als wolle OpenAI über LMSYS heimlich das neueste GPT-Modell benchmarken
- Ziel dürfte sein, Ergebnisse aus allgemeinen Benchmark-Tests zu erhalten, negative Bewertungen durch überzogene Erwartungen zu vermeiden und Gegenreaktionen anderer Wettbewerber zu minimieren
Überlegungen zu einer weiteren Möglichkeit
- Es könnte tatsächlich auf der GPT-2-Architektur basieren. Jüngste Forschung deutet darauf hin, dass GPT-2 in bestimmten Bereichen besser abgeschnitten hat als andere Modelle
- Die Selbstbezeichnung als GPT-4 könnte daran liegen, dass ein mit GPT-4 erzeugter Datensatz verwendet wurde
- Bemerkenswert ist auch, dass MBZUAI, einer der Sponsoren von LMSYS, an dieser Forschung beteiligt war
Meinung von GN⁺
- Die Spekulationen über die wahre Identität von
gpt2-chatbot sind spannend. Ich stimme der Einschätzung zu, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein aktuelles Modell von OpenAI handelt
- Andererseits lässt sich auch nicht ausschließen, dass es auf der GPT-2-Architektur basiert. Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Potenzial von GPT-2 weiterhin hoch ist
- Auch die Vermutung, dass OpenAI über LMSYS heimlich Benchmarks durchführt, wirkt überzeugend. Das wäre eine Strategie, mit der sich objektive Bewertungen erzielen lassen, ohne direkte Gegenreaktionen von Wettbewerbern auszulösen
- Es ist zu erwarten, dass weitere Experimente und Untersuchungen folgen werden, um die wahre Natur von
gpt2-chatbot aufzuklären. Das könnte ein Anhaltspunkt dafür sein, wohin sich große Sprachmodelle entwickeln
- Schon der Name „gpt2-chatbot“ selbst könnte den Eindruck erwecken sollen, es handle sich um GPT-2. Auch die Möglichkeit, dass OpenAI diesen Namen absichtlich gewählt hat, lässt sich nicht ausschließen
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