- Neues Projekt von Bellard, dem Entwickler von FFMPEG/QEMU
- TSAC ist ein Audiokomprimierungs-Utility, das sehr niedrige Bitraten wie Mono mit 5,5 kb/s oder Stereo mit 7,5 kb/s bei 44,1 kHz erreicht und dabei dennoch gute Klangqualität liefert
- TSAC kann einen 3,5 Minuten langen Stereo-Song in eine Datei mit einer Größe von 192 KiB komprimieren
- Für schnelle Verarbeitung ist eine Nvidia-GPU erforderlich; reine CPU-Unterstützung ist ebenfalls vorhanden, aber langsamer
Technische Informationen
- TSAC basiert auf einer modifizierten Version des Descript Audio Codec, erweitert für Stereo, sowie auf einem Transformer-Modell zur weiteren Erhöhung der Kompressionsrate. Beide Modelle sind mit 8 Bit pro Parameter quantisiert
- Das Transformer-Modell wird deterministisch und reproduzierbar ausgewertet, sodass die Ergebnisse nicht vom genauen GPU- oder CPU-Modell oder von der Anzahl der konfigurierten Threads abhängen. Das bedeutet, dass komprimierte Dateien mit unterschiedlichen Hardware- oder Softwarekonfigurationen dekomprimiert werden können.
5 Kommentare
Auf der Homepage habe ich gesehen, dass er sich wohl auch kurz für LLMs interessiert hat. Da dachte ich mir: So jemand beschäftigt sich mit so einer aktuellen Technologie? Und dabei wurde mir wieder klar, dass KI wirklich der große Trend ist.
Wenn man die frühere Vorstellung des monsterhaften Typs Fabrice Bellard aktualisiert...
Fabrice Bellard
1989 entwickelte er LZEXE
1996 Harissa – eine Java Virtual Machine und ein Java-zu-C-Code-Compiler
1997 veröffentlichte er eine Formel, um bestimmte Stellen von Pi (π) in Binärdarstellung zu bestimmen.
-> Berechnung mit einer Methode, bei der die vorherigen Stellen überhaupt nicht ausgerechnet werden. Die billionste Stelle ist „1“.
https://en.wikipedia.org/wiki/Bellard%27s_formula
1998 stellte er TinyGL vor – eine kleine, einbettbare OpenGL-Implementierung
2000 stellte er FFMpeg vor. Die meisten Videoplayer, die wir heute nutzen, verwenden es.
2000 gewann er die IOCCC mit 448 Byte C-Code zur Suche nach der größten Primzahl. Diese Primzahl blieb bis 2016 die größte entdeckte Primzahl.
2001 stellte er Tiny C Compiler vor – einen extrem schlanken C-Compiler
2002 stellte er QEmacs vor – einen extrem schlanken Emacs-Klon. HTML/XML/CSS2-WYSIWYG-Darstellung und -Bearbeitung möglich (mit eigener Browser-Engine)
2003 stellte er QEMU vor – einen CPU-Emulator mit Hardware-Virtualisierungsfunktionen
2004 stellte er TinyCC Boot Loader vor – einen Bootloader, der direkt den Linux-Kernel kompilieren und booten kann
2005 stellte er einen DVB-T-Signalgenerator vor: Statt teurer Sendeanlagen war digitale TV-Übertragung auf einem Desktop möglich. Dazu wurde der Quellcode nicht veröffentlicht.
2009 stellte er einen Weltrekord auf, indem er Pi auf 2,7 Billionen Nachkommastellen berechnete. Angeblich ließ er dafür 131 Tage lang seinen Desktop rechnen.
-> Ihn interessierten dabei weniger große Zahlen als vielmehr die Herausforderung des Computerprogrammierens.
2011 stellte er JSLinux vor. Linux, das im Webbrowser läuft.
2019 stellte er die QuickJS JavaScript Engine, eine kleine, schnelle und einbettbare JavaScript-Engine vor
2022 veröffentlichte er TextSynth, ein mit gpt2tc (GPT-2) erstelltes SaaS
Außerdem entwickelte er mit BPG ein auf HEVC basierendes Bildformat mit besserer Kompression als JPG (mit JavaScript-Decoder, daher in jedem Browser nutzbar)
Außerdem setzte er 4G-LTE-/5G-NR-Basisstationen günstig auf PC-Basis um und vermarktete das über seine eigene Firma Amarisoft
Er ist einfach jemand, bei dem man bei jedem seiner Projekte nur staunen kann, wie das alles von einer einzigen Person kommen kann.
Wow..
Irgendwann gab es auf HN in einem Posting über den von dieser Person geschriebenen Code ...
Jemand fragte: „Postet Bellard hier (auf HN) nicht?“ Darauf kamen Antworten wie: „Glaubst du, jemand so Produktives kommt hierher, um Beiträge zu schreiben?“ … haha
Wirklich ein Monster ...
Hacker-News-Kommentare
Zusammenfassung:
Codec2, die noch niedrigere Bitraten unterstützen.