Mehr als 100.000 infizierte Repositories auf GitHub entdeckt
- Ein Team für Sicherheitsforschung und Data Science hat festgestellt, dass eine bösartige Repository-Confusion-Kampagne, die Mitte letzten Jahres begann, in großem Maßstab wieder aufgetaucht ist.
- Dieser Angriff betrifft mehr als 100.000 GitHub-Repositories (und schätzungsweise Millionen weitere), wenn Entwickler Repositories verwenden, die bekannten vertrauenswürdigen Repositories ähneln, tatsächlich aber bösartigen Code enthalten.
Wie funktionieren Repository-Confusion-Angriffe?
- Repository-Confusion-Angriffe ähneln Dependency-Confusion-Angriffen, indem bösartige Akteure dafür sorgen, dass das Ziel statt der echten Version eine bösartige Version herunterlädt.
- Während Dependency-Confusion-Angriffe die Funktionsweise von Paketmanagern ausnutzen, beruhen Repository-Confusion-Angriffe darauf, dass Menschen versehentlich statt der echten Version die bösartige auswählen; manchmal kommen dabei auch Social-Engineering-Techniken zum Einsatz.
Was passiert, wenn ein bösartiges Repository verwendet wird?
- Wenn Entwickler arglos ein bösartiges Repository verwenden, entschlüsselt eine versteckte Payload sieben Stufen der Obfuskation und lädt bösartigen Python-Code sowie anschließend eine binäre ausführbare Datei nach.
- Die Malware sammelt Anmeldeinformationen verschiedener Apps, Browser-Passwörter und Cookies sowie weitere vertrauliche Daten, sendet sie an den C&C-Server des Angreifers und führt zusätzliche bösartige Aktivitäten aus.
Auswirkungen der Automatisierung auf GitHub
- Die meisten geforkten Repositories werden von GitHub schnell entfernt, doch die automatisierte Erkennung übersieht viele Repositories, und manuell hochgeladene Repositories überleben.
- Da die gesamte Angriffskette im großen Maßstab weitgehend automatisiert ist, bedeuten selbst die verbleibenden 1 % noch immer Tausende bösartiger Repositories.
Wann die Kampagne begann
- Mai 2023: Laut dem ersten Bericht von Phylum wurden mehrere bösartige Pakete auf PyPI hochgeladen, darunter frühe Teile der aktuellen Payload.
- Juli–August 2023: Nachdem PyPI die bösartigen Pakete entfernt hatte und die Sicherheits-Community dort stärker hinsah, wurden mehrere bösartige Repositories auf GitHub hochgeladen, die die Payload diesmal direkt auslieferten, anstatt PyPI-Pakete nachzuladen.
- November 2023 – heute: Mehr als 100.000 Repositories mit ähnlichen bösartigen Payloads wurden erkannt, und ihre Zahl steigt weiter.
Verlagerung von Malware von Paketmanagern zu Source Code Management (SCM)
- Viele Vorfälle, die auf Paketmanagern und SCM-Plattformen beobachtet wurden, deuten darauf hin, dass der Wechsel dieser Kampagne von bösartigen Paketen auf PyPI zu bösartigen Repositories auf GitHub einen allgemeinen Trend widerspiegelt.
Wie man sich vor Repository Confusion schützt
- GitHub wurde informiert und hat die meisten bösartigen Repositories gelöscht, doch die Kampagne dauert an, und Angriffe, die bösartigen Code in die Supply Chain einschleusen wollen, werden immer häufiger.
- Apiiro hat ein Malware-Erkennungssystem aufgebaut, das verbundene Codebases überwacht.
- Zur Angriffserkennung werden verschiedene fortgeschrittene Techniken eingesetzt, darunter LLM-basierte Codeanalyse, die Zerlegung von Code in vollständige Execution-Flow-Graphen, eine ausgefeilte heuristische Engine sowie dynamisches Decoding, Entschlüsselung und Deobfuskation.
Meinung von GN⁺
- Dieser Artikel liefert Entwicklern wichtige Informationen über Sicherheitsbedrohungen, auf die sie bei der Nutzung von GitHub-Repositories achten sollten.
- Wenn Entwickler und Sicherheitsexperten verstehen, wie Malware in die Software Supply Chain eindringt, können sie stärkere Abwehrmechanismen aufbauen.
- Solche Angriffe unterstreichen nicht nur, wie wichtig die Fähigkeit ist, vertrauenswürdige Repositories auszuwählen, sondern auch, wie stark man auf die Korrektheit von CI/CD-Konfigurationen und die Sicherheit von Third-Party-Code angewiesen ist.
- Aus kritischer Perspektive zeigen diese Angriffe, dass die automatisierten Systeme von Plattformen wie GitHub und die Existenz riesiger Repository-Bestände ein zweischneidiges Schwert sein können.
- Ähnliche Security-Tools sind etwa SonarQube, Snyk und WhiteSource; sie können helfen, Schwachstellen im Code zu erkennen und die Sicherheit zu verbessern.
- Vor der Einführung dieser Technologie sollten Organisationen ihre Kompatibilität mit den eigenen Sicherheitsrichtlinien, die Implementierungskosten und die technischen Fähigkeiten der Teammitglieder berücksichtigen.
- Zu den Vorteilen dieser Technologie gehören mehr Sicherheit und geringeres Risiko; mögliche Nachteile sind jedoch die Lernkurve für neue Systeme und die höhere Komplexität im Betrieb.
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