- In den letzten Jahren haben flashbasierte SSDs in den meisten Speicheranwendungsfällen Festplatten ersetzt
- SSDs bestehen aus mehreren unabhängigen Flash-Chips, die parallel zugänglich sind
- Die Leistung von SSDs hängt vor allem von der Interface-Geschwindigkeit zum Host ab
- In den letzten sechs Jahren ist die Anbindung schnell von SATA auf PCIe 3.0, PCIe 4.0 und PCIe 5.0 gewechselt, wodurch die SSD-Durchsatzraten explosionsartig gestiegen sind
- Neben der Leistungssteigerung ist auch die Kapazität pro Dollar gestiegen
- Diese Entwicklung ist auf offene Standards wie NVMe und PCIe, die enorme Nachfrage und den Wettbewerb zwischen Anbietern zurückzuführen
- Aktuelle PCIe-5.0-Datacenter-SSDs erreichen bis zu 13 GB/s Lese-Durchsatz und über 2,7 Millionen zufällige Lese-IOPS
- Moderne Server verfügen über etwa 100 PCIe-Lanes, sodass pro Server mehrere SSDs mit voller Bandbreite betrieben werden können
Stagnation der SSD-Performance in der Cloud
- AWS EC2 brachte Anfang 2017 die i3-Instanz mit den ersten NVMe-SSDs auf den Markt
- Damals waren NVMe-SSDs teuer, und es war bemerkenswert, dass ein Server mit 8 dieser Laufwerke ausgestattet wurde
- Sieben Jahre später verharrt die Leistung jedoch bei rund 2 GB/s pro SSD
- Die i3- und i3en-Instanzen sind nach wie vor die besten Optionen bei IO/$ und SSD-Kapazität/$, die EC2 anbietet
- Der Leistungsabstand zwischen den von Cloud-Anbietern bereitgestellten SSDs und modernen SSDs nähert sich bei Leserate, Schreibrate und IOPS fast dem Faktor 10
- Diese Stagnation in der Cloud steht im Gegensatz zu großen Fortschritten in anderen Bereichen
- So stieg die EC2-Netzwerkbandbreite von 2017 bis 2023 explosionsartig von 10 Gbit/s auf 200 Gbit/s
- Es gibt verschiedene Spekulationen darüber, warum Cloud-Anbieter im Bereich Storage nicht vorankommen
- Eine Theorie ist, dass EC2 absichtlich die Schreibgeschwindigkeit auf 1 GB/s begrenzt, um Gerätenausfälle zu vermeiden
- Die Möglichkeit, dass es nicht genug Nachfrage nach schnellem Storage gibt, um Optimierungsanreize im System zu schaffen, ist ebenfalls denkbar
- Eine weitere Theorie lautet, dass schnelle und günstige NVMe-Instanzspeicher das Kostenmodell anderer Speicherangebote wie EBS stören könnten
- Der Autor hofft, bald eine Cloud-Instanz mit 10-GB/s-SSDs zu sehen
GN⁺-Meinung
- Trotz des rasanten Fortschritts bei SSDs zeigt die Unfähigkeit von Cloud-Anbietern, mit diesem Tempo mitzuhalten, verschiedene Marktanforderungen und technische Grenzen wider
- Die Stagnation bei Cloud-Speicherleistung kann mit den Nutzererwartungen an Kosteneffizienz und Servicequalität kollidieren und die Wettbewerbsfähigkeit in der Cloud-Branche beeinflussen
- Der Artikel liefert für Nutzer und Anbieter von Cloud Computing wichtige Einblicke und unterstreicht die Notwendigkeit schnellerer Speichersysteme und technischer Fortschritte
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