Hack einer Zugtoilette in Großbritannien
- Fahrt mit einem Class-800-Zug, der in Großbritannien als "IntercityExpress" bekannt ist.
- Dieser Zug wurde als Ersatz für den alten HST (InterCity 125) entwickelt.
- Moderne britische Züge verfügen über barrierefreie Toiletten mit elektrisch betriebenen Türen.
Zustandsmaschine zur Toilettentür-Steuerung (ältere Züge)
- Bei früheren Modellen gibt es innen an der Toilettentür die Tasten „Öffnen“, „Schließen“ und „Verriegeln“.
- Man muss erst „Schließen“ drücken und nach dem Schließen der Tür „Verriegeln“.
- Beim Drücken von „Öffnen“ wird die Tür automatisch entriegelt und geöffnet.
- Dieses Design soll Denial-of-Service-Angriffe verhindern, führt aber bei vielen Menschen zu Verwirrung, weil sie die Zustandsmaschine nicht verstehen.
Innensteuerung der barrierefreien Zugtoilette (Class 800)
- Die barrierefreie Toilette in den neuen Zügen hat einen Hebel, der zum Verriegeln der Tür bewegt werden muss.
- Dieser Hebel ist kein „echter“ Hebel, der mit einem direkten Verriegelungsmechanismus verbunden ist, sondern ein Eingang für einen Mikrocontroller.
- Es stellt sich die Frage, wie der Mikrocontroller damit umgeht, wenn der Zustand des Hebels nicht mit dem Zustand der Tür übereinstimmt.
Hack-Versuch und Ergebnis
- Bei einigen britischen Zugmodellen ist es so ausgelegt, dass der Hebel in die Position „Verriegelt“ zurück in die Position „Entriegelt“ springt, wenn man versucht, ihn bei geöffneter Tür dorthin zu bewegen.
- Hitachi verwendet jedoch eine andere Strategie: Wenn der Hebel nicht auf „Verriegelt“ gestellt werden können soll, fährt ein kleiner Metallstift aus.
- Hält man den Hebel kurz vor der Position „Verriegelt“ fest und öffnet dann die Tür, ragt der Verriegelungsstift frei heraus, sodass sich der Hebel in die Position „Verriegelt“ bewegen lässt.
- Nach dem Schließen der Tür wurde bestätigt, dass sie sofort verriegelt wird.
- Dadurch wurde entdeckt, dass die Zugtoilette eine Denial-of-Service-(DoS-)Schwachstelle besitzt.
- Es wurde ein Video veröffentlicht, das das Problem demonstriert.
- Wenn der Hebel exakt an der richtigen Stelle steht, ist der Verriegelungsstift frei herausragend sichtbar.
- Dies war das zweite Mal, dass das Problem an einer Class 800 getestet wurde.
- Beim Testen der Schwachstelle wurde die Toilettentür-Steuerung verwirrt und wechselte in einen „Defekt“-Modus.
- Beim Aussteigen aus dem Zug funktionierte die Toilette wieder; unklar ist, ob sie sich automatisch zurückgesetzt hat oder ob jemand sie zurückgesetzt hat.
- Zuvor wurde bereits einmal eine DoS-Schwachstelle in einem Zug gefunden.
Meinung von GN⁺
- Die Entdeckung einer Schwachstelle im Türverriegelungssystem einer barrierefreien Zugtoilette unterstreicht die Bedeutung von Sicherheitsforschung und Systemdesign.
- Probleme, die durch eine nicht intuitive Benutzeroberfläche entstehen, zeigen, warum bei technischem Design auch die User Experience berücksichtigt werden muss.
- Dieser Text könnte für Menschen mit technischer Neugier interessant sein und dazu beitragen, das Bewusstsein für Sicherheitslücken in öffentlichen Einrichtungen zu schärfen.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare