Dass auch Professor Joe Armstrong von Professor Niklaus Wirth beeinflusst wurde, zeigt wohl, was für eine wirklich außergewöhnliche Persönlichkeit er war.
Neben Niklaus Wirths Beiträgen zum Sprachdesign schuf er auch eines der besten Wortspiele. Sein Nachname wird eigentlich wie "Virt" ausgesprochen, in den USA jedoch wie "Worth". Daraus machte er den Witz, dass man ihn "in Europa beim Namen nennt, in Amerika aber beim Wert".
Wirth war für Joe Armstrong ein Held und prägte dessen Streben nach Einfachheit stark. Joe zitierte oft Wirths Aussage, dass sich überlappende Fenster zwar besser seien als gekachelte Fenster, aber nicht gut genug, um ihre Komplexität zu rechtfertigen. Wirth blieb auch auf seinem Symposium zum 80. Geburtstag ein Held, indem er das von ihm entwickelte Oberon auf einer neuen CPU vorführte, die auf einem FPGA-Entwicklungsboard lief.
Ein ehemaliger Student erinnert sich, dass Wirth einer der Menschen war, die ihn von einem Jugendlichen, der nur auf der Tastatur herumhämmerte, zu einem versierten Programmierer machten, der über Code nachdenkt. Schon bevor er Wirth an der Universität traf, nutzte er Oberon und war auf dem Amiga Teil einer Programmierer-Community, die Wirth-Sprachen verwendete.
Ein Nutzer erwähnt, dass er sich vor einigen Jahren Band 4A von "The Art of Computer Programming" gekauft habe, aber noch nicht mit dem Lesen begonnen habe, und meint, es sei wohl Zeit, mit 4A anzufangen, bevor Knuth stirbt. Er entdeckte außerdem, dass Wirths PiM2 und Werke von Knuth in seinem Bücherregal nebeneinander stehen.
Jemand drückt Trauer über Wirths Tod aus und sagt, er sei einer der größten Verfechter von Einfachheit, Präzision und für Menschen verständlicher Software gewesen. Nun seien nur noch Hoare und Moore übrig, wobei Moore die Leitung von Greenarrays bereits an die jüngere Generation übergeben habe. Außerdem wird erwähnt, dass heutige IDEs ihren Ursprung in Turbo Pascal haben, dass ein Großteil der frühen Macintosh-Software in Pascal geschrieben wurde und dass Robert Griesemer, einer der frühen Designer der Go-Sprache, Schüler von Wirth war.
Wirth war auch dafür verantwortlich, den Titel von Dijkstras Aufsatz in "Goto Statement Considered Harmful" zu ändern.
Ein Nutzer erinnert sich daran, dass PASCAL tatsächlich eine gute erste Programmiersprache war, und vermisst die Zeiten mit Turbo Pascal und Delphi. Er sagt, die Welt sei besser gewesen, weil Wirth in ihr war.
Ein anderer Nutzer meint, vieles in der Softwareentwicklung stünde heute besser da, wenn Wirths Sprachen breiter eingesetzt worden wären. Pascal sei seine erste "echte" Programmiersprache gewesen, und Modula 2 sei auf dem Amiga 500 beliebt gewesen. Außerdem wird erwähnt, dass die Go-Sprache sich stark von Modula 2 habe inspirieren lassen.
Wirth war Hauptdesigner verschiedener Programmiersprachen wie Euler, PL360, ALGOL W, Pascal, Modula, Modula-2 und Oberon und leistete zudem große Beiträge zu mehreren Betriebssystemen sowie zu Systemen für den Entwurf und die Simulation digitaler Hardware. 1984 erhielt er für diese Sprachentwicklungen den ACM-Turing-Preis.
2 Kommentare
Auch Kent Beck hat einen Nachruf auf Professor Niklaus Wirth veröffentlicht.
https://tidyfirst.substack.com/p/niklaus-wirth-1934-2024
Dass auch Professor Joe Armstrong von Professor Niklaus Wirth beeinflusst wurde, zeigt wohl, was für eine wirklich außergewöhnliche Persönlichkeit er war.
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