Die IDEs, die wir vor 30 Jahren hatten ... und was wir verloren haben
- Ein Rückblick auf die Erfahrung, Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre programmieren zu lernen.
- Rein textbasierte IDEs, die trotz der Hardware-Beschränkungen der Zeit beeindruckend waren.
- Ein Vergleich zwischen Textmodus-Editoren aus der Zeit vor der Dominanz von Windows im PC-Markt und heutigen IDEs.
Die ersten Editoren und TUIs
- Die meisten DOS-Programme der 1990er nutzten eine bildschirmfüllende textbasierte Benutzeroberfläche (TUI).
- Der MS-DOS-Editor (EDIT.COM) bot eine umfangreiche Oberfläche mit Menüleiste, Dialogfenstern und einer Statusleiste für Tastenkürzel.
- Jedes Programm hatte seine eigene Oberfläche, ohne dass dies die Bedienbarkeit oder Auffindbarkeit stark beeinträchtigte.
- Persönliche Informationsmanagement-Systeme (PIM) wie SideKick Plus waren TSR-Programme und konnten jederzeit mit Ctrl+Alt aufgerufen werden.
Die Borland-Turbo-Reihe
- Die Borland-Turbo-Reihe bestand aus IDEs mit leistungsfähiger bildschirmfüllender TUI, jeweils auf eine bestimmte Sprache zugeschnitten.
- Turbo C++ bot Syntax-Highlighting, Compiler-Integration samt Diagnosemeldungen, integrierte Projekt- und Build-System-Verwaltung, einen Debugger, vollständige Referenzhandbücher und mehr.
- All diese Funktionen standen bereits Anfang der 1990er Jahre zur Verfügung.
Wie sah Linux damals aus?
- Unter frühem Linux waren die meisten Programme textbasiert, boten aber keine bildschirmfüllende TUI.
- Vim und Emacs waren leistungsfähig, lieferten jedoch nicht die intuitive und integrierte Erfahrung der Borland-IDE-Produktfamilie.
Moderne TUI-IDEs
- RHIDE ähnelt der Borland-Turbo-C++-Umgebung stark, ist aber auf DOS beschränkt und wird nicht mehr weiterentwickelt.
- Free Pascal und QB64 bieten das alte Erlebnis auf moderner Codebasis, verwenden jedoch Sprachen, die heute kaum Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
"Echte" moderne Konsolen-IDEs
- Neovim, Doom Emacs und Helix sind leistungsfähig, unterscheiden sich aber von der Erfahrung, die Borland-Produkte boten.
- GNU Nano ist keine IDE und erinnert eher an frühere Textverarbeitungsprogramme.
Warum ist eine TUI-IDE wichtig?
- Bei der Arbeit auf entfernten Maschinen kann eine TUI-IDE einem grafischen Betriebssystem überlegen sein.
- Die Remote-Erweiterungen von VSCode sind nicht Open Source und funktionieren auf manchen Betriebssystemen nicht.
- Der Ressourcenverbrauch ist gering.
"Bloat" überall
- Borland Turbo C++ ist nach der Installation kleiner als 9 MB und läuft mit 640 KB RAM.
- Moderne IDEs bieten bessere Refactoring-Werkzeuge und zusätzliche Funktionen, haben sich im Kern aber nicht grundlegend verändert.
- KI-gestütztes Coding könnte hier einen neuen Unterschied ausmachen.
Meinung von GN⁺
- Dieser Beitrag vergleicht IDEs von vor 30 Jahren mit heutigen Entwicklungsumgebungen und untersucht, wie Funktionen aus der Vergangenheit in moderner Form wieder auftauchen.
- Besonders die integrierte Entwicklungsumgebung und die intuitive Benutzererfahrung der damaligen TUI-basierten IDEs sind etwas, das viele heutige IDEs noch immer nicht vollständig erreichen.
- Der Text weckt Nostalgie für die Geschichte der Softwareentwicklung und bietet Einblicke darin, wie sich moderne Entwicklungswerkzeuge weiterentwickelt haben.
7 Kommentare
Wenn man den Master Boot Sector programmieren will, ist Turbo C immer noch brauchbar ... Irgendwo auf einer Diskette aufbewahrt und seit Jahrzehnten nicht mehr herausgeholt, haha
Borland Turbo zu sehen, ist nach langer Zeit mal wieder schön, haha.
Ach, was für Erinnerungen.
Das war hier zwar nicht dabei, aber Visual Basic for DOS, das 1991 erschien, war damals wirklich ein Schock.
https://winworldpc.com/product/microsoft-visual-bas/10-for-dos
Es war eine TUI, enthielt aber allerlei Controls, wie man sie aus GUIs kannte, sodass man TUI-Apps unglaublich einfach bauen konnte.
Selbst heute, 30 Jahre später, habe ich kaum ein Tool gesehen, das die TUI-Entwicklung so einfach macht wie dieses.
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Auch die integrierte Entwicklungsumgebung von uscd-pascal war großartig ... (hä?)
Apple Pascal hatte sogar das Betriebssystem integriert.
Ach du meine Güte! (Ich musste dabei auch an Apple Pascal denken …)