Apple erlaubt in einigen iOS-Apps die Verfolgung des Nutzerstandorts über Listen benachbarter SSIDs
(wingu.se)Apple erlaubt Standortverfolgung ohne Zustimmung der Nutzer
- Apple stellt sich gern als Hüter der Privatsphäre seiner Nutzer dar, doch dieser Artikel zeigt, dass dieser Anspruch nicht der Realität entspricht.
- Fast zehn Jahre lang hat Apple zugelassen, dass Apps den Standort von Nutzern verfolgen können, ohne dass diese die Möglichkeit haben, die Funktion zu deaktivieren oder überhaupt davon zu wissen.
So funktioniert die HotspotHelper-API
- Seit der Einführung von iOS 9 im Jahr 2015 enthält Apple eine API namens
HotspotHelper, mit der Entwickler App-Funktionen anfordern können, die beim Verbinden mit WiFi-Hotspots helfen. - Entwickler haben gezeigt, dass sich mit der HotspotHelper-API Informationen über WiFi-Netzwerke erfassen lassen, aus denen sich potenziell Daten zur Standortverfolgung von Nutzern ableiten lassen.
Das Privatsphäre-Dilemma
- Dadurch, dass Apps auf Informationen zu WiFi-Hotspots zugreifen können, entsteht das Problem, dass sich der Standort von Nutzern effektiv verfolgen lässt.
- Da WiFi-Hotspots meist ortsfest sind, liefern sie konsistente Referenzpunkte für die Triangulation des Nutzerstandorts.
- Der ursprüngliche Zweck von HotspotHelper war zwar, eine reibungslose Konnektivität zu ermöglichen, doch dass damit Standortverfolgung ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer möglich ist, steht im Zentrum der Privatsphäre-Debatte.
Weltweite Auswirkungen: WeChat und Alipay
- Große Apps wie WeChat und Alipay haben diese Funktion bereits implementiert.
- Auf dem chinesischen Festland sind beide Apps extrem weit verbreitet und beeinflussen nahezu jeden Aspekt des Alltagslebens.
- Die weite Verbreitung dieser Apps verstärkt die Auswirkungen einer Standortverfolgung ohne Zustimmung der Nutzer.
Apples „Reaktion“
- Der Autor hat dieses Problem tatsächlich schon vor etwa zwei Jahren entdeckt und auf Bilibili ein Video darüber veröffentlicht, doch die öffentliche Wahrnehmung blieb sehr begrenzt.
- Apple wurde über das Problem informiert und antwortete per E-Mail, weitere Updates gibt es bislang jedoch nicht.
Fazit
- Es wird nachdrücklich gefordert, dass Apple Nutzern eine Option zum Deaktivieren dieser Funktion bereitstellt und Apps vor dem Zugriff darauf ausdrücklich um Erlaubnis bitten müssen.
- Während sich die Debatte über digitale Privatsphäre weiterentwickelt, bewegt sich Apple auf dem schmalen Grat zwischen Innovation und dem Schutz von Nutzerdaten.
- Ob Apple sein Versprechen zum Schutz der Privatsphäre aufrechterhalten kann, während es die Bedenken rund um HotspotHelper adressiert, wird sich erst noch zeigen.
GN⁺-Meinung:
- Dieser Artikel zeigt deutlich das Spannungsverhältnis zwischen Privatsphäre der Nutzer und technologischer Innovation.
- Er stellt Apples Ruf beim Schutz der Privatsphäre infrage und stößt eine wichtige Debatte darüber an, dass Nutzer mehr Kontrolle darüber haben sollten, wie ihre Daten verwendet werden.
- Insbesondere dadurch, dass Apps wie WeChat und Alipay in China diese Funktion nutzen, wird unterstrichen, wie wichtig der Schutz der Privatsphäre weltweit ist.
2 Kommentare
Ein Unternehmen, das Datenschutz als Verkaufsargument nutzt, greift hinter den Kulissen offenbar Nutzerbenachrichtigungen und Standortdaten ab.
Ich dachte, diese Funktion sei gesperrt, deshalb seien Ein- und Ausstiegsbenachrichtigungen in der U-Bahn nicht möglich, aber offenbar gab es die Funktion schon. Warum funktioniert das dann nur auf dem iPhone nicht...