Der Einfallsreichtum von HTML-Hacks
- Warum HTML-Hacks nötig waren: Wegen Fehlern im HTML-Code oder unvollständigen Browser-Implementierungen musste man manchmal unschönen Code schreiben, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Solche Hacks waren mitunter kreativ und bleiben erinnerungswürdig.
- Der
@import-Hack in Netscape Navigator 4.0: Er machte es möglich, von Netscape nicht unterstützte CSS-Stile auszublenden. Netscape setzte statt auf CSS auf JSSS, doch nachdem das W3C CSS auswählte, wurde die CSS-Implementierung in Netscape 4 überhastet fertiggestellt und war deshalb schwächer als die späterer Browser.
- HTML-Tabellen für Layouts verwenden: Dadurch wurden experimentellere Layouts möglich. HTML-Tabellen als Layout-Werkzeug zu verwenden, entspricht geradezu der Definition eines Hacks und wird in der E-Mail-Welt noch immer eingesetzt.
- Unterstriche vor CSS-Styles verwenden: Dadurch konnten bestimmte Styles nur auf IE6 angewendet werden. Ausgenutzt wurde dabei die Grenze des IE beim Parsen von Sonderzeichen.
- PNG-Transparenz mit AlphaImageLoader bereitstellen: Damit ließ sich die von IE6 nicht unterstützte Transparenz von PNG-Dateien rendern. Das Bild wurde dabei durch einen Filter geleitet.
- Bedingte Kommentare: Damit konnten bestimmte Tricks nur in bestimmten IE-Versionen verwendet werden. Die HTML-Kommentarfunktion wurde so umfunktioniert, dass Code ausgeführt werden konnte.
- Scalable Inman Flash Replacement (sIFR): Damit konnten nicht websichere Schriftarten verwendet werden. Dafür kam ein JavaScript-Hack zum Einsatz, der Text durch ein Flash-Embed ersetzte.
- Preheader-Text-Hack: Er verhindert bei E-Mails, dass zusätzlicher Text in die Beschreibungszeile überläuft. Verwendet wird dabei eine nicht standardisierte oder ungewöhnliche Folge von Leerraumzeichen.
- Google Chrome Frame: Er ersetzte IE6 durch ein Chrome-Fenster. Umgesetzt wurde dies über ein Browser-Plugin.
- Webkit-spezifischer Selektor-Hack: Damit wurde CSS-Code nur auf Webkit-Browser angewendet. Dabei wird erkannt, ob ein bestimmter Browser bestimmten CSS-Code unterstützt.
- Responsive Design: Damit lassen sich Informationen in verschiedenen Umgebungen, besonders auf Tablets und Mobilgeräten, effektiv anordnen. In den meisten Fällen werden dafür Media Queries verwendet, um Inhalte je nach Gerät zu platzieren.
Meinung von GN⁺
- Am wichtigsten ist der Einsatz der Entwickler, die kreative Lösungen jenseits der Standards von HTML und CSS gefunden haben.
- Der Artikel ist interessant und fesselnd, weil er zeigt, wie Webentwickler kreative Hacks nutzten, um die Grenzen von Browsern zu überwinden und die Nutzererfahrung zu verbessern.
- Diese Hacks spiegeln die Weiterentwicklung der Webstandards und die unermüdlichen Bemühungen der Entwickler für besseres Webdesign wider.
1 Kommentare
Hacker-News-Kommentare
Dass Tabellen für das Layout verwendet wurden, kann ich nachvollziehen.
Kein Respekt für spacer.gif.
Meine Lieblingstechniken:
HN verwendet auch heute noch eine dieser Techniken:
Es fehlt der Trick, Überschriften für die Barrierefreiheit bei Position -10000 zu platzieren, damit sie auf dem Bildschirm nicht sichtbar sind.
Keine Erwähnung davon, HTML5 shiv vor CSS einzubinden, um die Eigenheiten aller Browser zu beseitigen.
Ich erinnere mich an die guten alten Zeiten, als transparente 1×1-Pixel-GIFs verwendet wurden, um Tabellenzellen zu steuern.
Zusätzliche Erwähnung des früh weit verbreiteten
, also der geschützten Leerzeichen-Entität:Ich kann manchmal nicht sagen, ob moderne Webentwickler durch CSS Grid und das Ende des IE verweichlicht wurden oder ob wir damals verweichlicht waren, weil wir uns nicht mit komplexen modernen Frameworks und Build-Prozessen herumschlagen mussten.
Die Frage, ob Responsive Design wirklich ein Hack ist: